Stephan Meyer

Über Stephan Meyer

Kurz die Fakten

Ort: Geboren in Hamburg. Ansässig im Raum Frankfurt/Main.

Ausbildung: Studium Psychologie. Schwerpunkt Organisationsentwicklung. Nebenfach Betriebswirtschaft. Abschluss Diplom.

Tätigkeit: Unabhängiger Berater und Redner.

Es folgt ein Zusammenschnitt mehrerer Interviews, die mit Stephan Meyer geführt wurden.

Frage: Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Stephan Meyer: Gern. Ich bin Stephan Meyer. Als Diplom-Psychologe vertrete ich die menschliche Sicht der Dinge. Es geht mir um die Frage: Wie muss man drauf sein, wie muss man ticken, wenn man eine lebenswerte Zukunft gestalten will?

Frage: Was ist Ihr Hauptthema?

Stephan Meyer: Veränderung ist mein Hauptthema. Woran kann eine Gesellschaft erkennen, dass Veränderung nötig ist? Wann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem die altvertrauten Spielregeln nicht mehr gültig sind? Und vor allem: Wie verändert man am besten? Dies Thema treibt mich um.

Dem ständigen Bedarf nach Veränderung bin ich auf der Spur, getreu dem Motto „Anleitung zum Unvernünftigsein“. Das leitet sich ab von diesem Zitat von George Bernard Shaw: „Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an. Der unvernünftige Mensch besteht darauf, dass sich die Welt nach ihm zu richten hat. Deshalb hängt jeder Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab.“

Mir geht es darum, wie man das in die Praxis umsetzt. Wie stellt man für das alte Spiel des Lebens völlig neue Spielregeln auf? Das ist die Frage, die mich umtreibt, und über die ich gerne mehr erzähle. Das lässt sich auch konkret in die Praxis umsetzen. Bei der einen oder anderen Innovation, die uns den Alltag erleichtert und Dinge benutzerfreundlicher macht, hatte ich meine Finger mit im Spiel. Zum Beispiel bei der Möglichkeit, ein Bahnticket im Internet zu kaufen statt wie bisher nur beim Schalterbeamten.

Frage: Was hat das alles mit Zukunft und Innovation zu tun?

Stephan Meyer: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen,“ sagte einst Helmut Schmidt. Meine Lebenserfahrung hat mich anderes gelehrt: Wer keine Vision hat, der hat auch kein Qualitätsbewusstsein. Ich wende mich an Menschen, die Außergewöhnliches erschaffen wollen. Es geht mir um die Frage, wie man ticken muss und welche Denke hilfreich ist, wenn man die Zukunft aktiv gestalten will, statt sich nur passiv von ihr überraschen zu lassen. Neben einem Sinn für Realität und Pragmatismus braucht man dafür selbstverständlich eine gut abgehangene Vision. Deshalb ist mein Motto: „Wer keine Vision hat, sollte zum Arzt gehen!“

Frage: Welche Anfragen sind Ihnen am liebsten?

Stephan Meyer: Am liebsten sind mir Menschen, die wie ich eine diebische Freude daran haben, veraltete Konventionen über den Haufen zu werfen. Ich liebe es, heilige Kühe zu filetieren und Dinge grundsätzlich anders anzugehen, als es andere tun. Wer diese meine Sichtweise teilt, der ist mir herzlich willkommen, der wird mit mir am meisten Spaß haben und aus meiner Arbeit den meisten Nutzen ziehen.

Frage: Welche Anfragen würden Sie auf keinen Fall annehmen?

Stephan Meyer: Ich habe meine klaren Prinzipien. Wer gegen meine persönliche Vorstellung von Ethik verstößt, hat bei mir keine Chance.

Frage: Sie waren ja schon in sehr vielen Branchen unterwegs und haben kaum eine ausgelassen. Macht Sie das in den Augen Ihrer Kunden nicht unglaubwürdig?

Stephan Meyer: Ganz im Gegenteil. In jeder Branche gibt es mindestens ein branchenspezifisches Problem, das in einer anderen Branche schon längst gelöst wurde. Wer viele Jahre in derselben Branche tätig ist, kann unmöglich bei den Problemlösungen auf dem neuesten Stand sein.

Frage: Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Stephan Meyer: In Krisenzeiten laufe ich zur Höchstform auf. Wenn andere den Kopf verlieren, wenn sie orientierungslos umherirren, weil plötzlich nicht mehr gilt, was lange gegolten hat, dann fühle ich mich am wohlsten. Meine Sicherheit in solchen Situationen gewinne ich dadurch, dass ich mich auf das Eigentliche konzentriere, auf das, worauf es in der jeweiligen Situation einzig und allein ankommt. Weil ich aus der Praxis komme, bin ich mit den verschiedenen Unternehmerphasen vertraut: Gründung, Wachstum und Rollout, aber eben auch Krise, Turnaround und Sanierung. Alles schon mal miterlebt, überall dabei gewesen. Das erdet.

Frage: Auf welchen ethischen Grundlagen beruht Ihr Handeln?

Stephan Meyer: Meine Herkunft hat meine Vorgehensweise geprägt. Studiert habe ich Psychologie und Wirtschaft. Deshalb achte ich bei allem, was ich tu, darauf, dass es sowohl dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn entspricht, als auch aus wirtschaftlicher Sicht zukunftstauglich ist. Oder „nachhaltig“, wie man auf neudeutsch sagt. Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass eine sinnvolle Tätigkeit wirtschaftlich ergiebig sein kann und dass eine Aufgabe, die sich wirtschaftlich rechnet, zugleich sinnstiftend sein kann.

Gelegentlich gerate ich in eine Situation, wo die Rahmenbedingungen schon gesetzt sind. Alle Anwesenden haben sich mit den Gegebenheiten arrangiert. Aber wenn ich mich frage, ob das, was da ist, ausreicht zum Glücklichsein, dann merke ich, dass eben doch noch etwas Entscheidendes fehlt. Dann bleibt mir ohnehin nichts anderes übrig, als das, was fehlt, selber zu erschaffen.

Es beeindruckt mich, wenn ich genau das auch bei anderen sehe. Wenn jemand sagt: „Ich habe alles angesehen, was erhältlich war. Nichts davon gefällt mir. Also habe ich etwas Eigenes gebaut.“ Das ist die richtige Einstellung. Sie zeugt davon, dass jemand Qualitätsmaßstäbe entwickelt hat, die sich mit Mittelmaß nicht bedienen lassen.

Frage: Worin liegt Ihrer Meinung nach in der Regel der größte Handlungsbedarf?

Stephan Meyer: Zu viele Menschen führen das Leben anderer. Würden sie doch nur endlich beginnen, ihr eigenes Leben zu leben.

{Ende des Interviews}

 

Publikationen

Stephan Meyer hat mitgewirkt an diesen Jahrbüchern über Innovationsmanagement.

Insurance&Innovation2014

Insurance&Innovation 2014

Insurance&Innovation2013

Insurance&Innovation 2013

Insurance&Innovation2012

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Insurance&Innovation2011

Insurance&Innovation 2011