Ah, “Irgendwann”. Dieses kleine, unscheinbare Wort, das sich in den heiligen Hallen der Unternehmensberatungen und Vorstandsetagen so verdammt gemütlich eingerichtet hat. Es schleicht sich in Besprechungen, schimmert auf Projektplänen und hallt in den Gängen des Machtgefüges wider. Und du denkst vielleicht, “Ach, was ist dabei?”. Nun, mein Freund, lass mich dir sagen: “Irgendwann” ist das heimtückischste, das lauerndste, das gefährlichste Wort im Vokabular eines jeden Managers. Ein wahres Chamäleon der Ausrede, ein Meister der Verantwortungsschiebung und ein Katalysator für stillen Wahnsinn im Büro.
Eine kleine Zeitreise ins Morgenland der Manager-Ausflüchte
Erinnerst du dich noch an die glorreichen Zeiten, als ein Manager noch Mut, Entschlossenheit und Präzision zeigte? Na, wahrscheinlich nicht, denn diese Zeiten sind schon lange auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet, verstaubt und vergessen. Heute regiert das Vage, das Unverbindliche, das – halt dich fest – “irgendwann”. Stell dir vor, du stehst vor deinem Chef und bekommst den neuesten Report auf den Tisch gelegt. Ein paar Kennzahlen sind rot, die Kundenbeschwerden explodieren, und die neue Software, die ein Vermögen gekostet hat, spielt nur noch verrückt. Und was sagt dein Chef dazu? Nicht: “Wir müssen das jetzt sofort klären!” Nein. Er seufzt theatralisch, kraust seine Stirn und murmelt: “Das müssen wir uns irgendwann mal genauer ansehen.” Siehst du, was hier passiert?
Aber warum gerade „Irgendwann“? Die Tücken der Zeitlosigkeit
Hast du dich jemals gefragt, was dieses Wort so besonders macht? Es ist diese unglaubliche Fähigkeit, alles zuzudecken, alles zu entschuldigen. Es ist nicht der Mittwoch, nicht der nächste Monat, nicht mal die nächste Quartalskonferenz. Es ist irgendwann. Ein Zeitpunkt, der so unbestimmt ist, dass er prinzipiell nie existieren wird oder aber zu einem Zeitpunkt eintritt, an dem sich niemand mehr erinnert, wer dieses Versprechen überhaupt gemacht hat. Das ist der Trick. “Irgendwann” ist der Weichzeichner für schlechte Nachrichten, wie die FAZ treffsicher im Jahr 2025 feststellte. Es verwischt die Verantwortung, indem es einfach einen Schleier über die Details legt. Du bist nicht schuld, dass die Zahlen schlecht sind. Es ist nur, dass die Umstände irgendwann mal… nun ja, wie auch immer.
Die sprachliche Eleganz des Nichts
Hör mal genau hin, wenn ein Manager wieder einmal in Hochform ist. Oft hört man es in Kombination mit anderen sprachlichen Meisterwerken des leeren Raumes. “Wir sollten da irgendwie mal irgendwann eine Lösung finden.” Fantastisch, oder? Hier hast du es: “irgendwie” als eine Art sprachliches Kryptonit, das jede klare Aussage in ein Nebulöses verwandelt. Es ist wie eine Sprühflasche mit Unsichtbarkeitstinte, die über die tatsächlichen Probleme gesprüht wird. Andere Quellen sprechen ohnehin über “gefährliche Managementwörter” im Allgemeinen. Und warum? Weil sie echte Aussagen ersetzen und das Betriebsklima nachhaltig vergiften können. Wenn statt einer konkreten Ansage nur noch Floskeln und nichtssagende Phrasen übrig bleiben, dann fragst du dich doch irgendwann, ob überhaupt noch jemand das Ruder in der Hand hält.
In dem Artikel “Warum „Irgendwann” das gefährlichste Wort für Manager ist” wird deutlich, wie wichtig es ist, proaktive Entscheidungen zu treffen, anstatt auf unbestimmte Zeit zu warten. Du solltest dir auch den verwandten Artikel über Steuerhinterziehung ansehen, der unter dem Titel “Vermisse ich, wenn über Steuersünder gerichtet wird” zu finden ist. In diesem Artikel wird diskutiert, wie das Zögern und das Aufschieben von Entscheidungen in verschiedenen Lebensbereichen, einschließlich der finanziellen Verantwortung, zu ernsthaften Konsequenzen führen kann. Du kannst ihn hier lesen: Vermisse ich, wenn über Steuersünder gerichtet wird.
“Irgendwann” als strategisches Totschlagargument
Du hältst dich für einen cleveren Strategen? Dann lass mich dir sagen, “irgendwann” ist die ultimative Waffe für jeden, der sich elegant aus der Affäre ziehen will. Stell dir vor, du hast ein Projekt auf dem Tisch, das knifflig ist, Ressourcen frisst und überhaupt keinen klaren Nutzen verspricht. Du kannst sagen: “Das ist zu riskant.” Aber das klingt negativ. Du könntest sagen: “Wir haben keine Kapazitäten.” Was auch nicht gerade inspirierend ist. Aber dann kommt der Manager und sagt: “Das ist eine interessante Idee. Das nehmen wir irgendwann mal auf unsere Agenda.” Und zack! Das Thema ist vom Tisch, ohne dass du dich rechtfertigen musst. Genial, oder? Im Grunde ist es ein lautloser Verrat an jedem Fortschritt.
Die Illusion der Planung
“Irgendwann” gaukelt uns eine Illusion von Planung vor. Es klingt fast so, als würde man das Problem nicht einfach ignorieren, sondern es für eine zukünftige Bearbeitung “zurückstellen”. Aber die Wahrheit ist, dass “zurückstellen” im Management oft nur ein schöneres Wort für “vergessen” ist, solange die unangenehme Störung nicht wieder mit Nachdruck auf dem Tisch landet.
Die Kunst des Ausweichens
Es ist die Perfektion des Ausweichens. Wenn du in einer Besprechung feststellst, dass ein wichtiges Thema immer wieder aufpoppt und du es einfach nicht angehen willst, dann zauberst du “irgendwann” aus dem Hut. Und schon hast du deiner Verantwortung entronnen, zumindest bis zur nächsten, unwahrscheinlichen “irgendwann”-Besprechung.
Die Auswirkungen auf das Team: Eine stille Pandemie des Desinteresses
Nun, du magst denken, dass dich das als Manager nicht wirklich betrifft. Du schiebst die unangenehmen Dinge eben auf “irgendwann”. Aber was passiert mit deinem Team? Diejenigen, die tatsächlich arbeiten, die Ergebnisse liefern und die Probleme lösen müssen. Stell dir vor, du kommst mit einer glänzenden Idee zu deinem Vorgesetzten und dieser murmelt: “Das ist eine gute Idee, das machen wir irgendwann mal.” Was glaubst du, wie motiviert du dich fühlst, weiter innovative Vorschläge zu machen?
Der Vertrauensverlust als schleichendes Gift
“Irgendwann” ist deradikaler Vertrauensverlust. Wenn Worte keine Taten mehr nach sich ziehen, wenn Versprechen im Nebel des Unbekannten verwehen, dann schwindet die Motivation. Die besten Leute werden anfangen, sich nach Umgebungen umzusehen, in denen ihre Arbeit geschätzt und ihre Ideen gehört werden – und nicht nur auf “irgendwann” verschoben.
Die Kultur des Gleichgültigen
Es fördert eine Kultur der Gleichgültigkeit. Warum sich anstrengen, wenn die wichtigen Entscheidungen sowieso nur vage in der Zukunft liegen? Es ist diese Art von Desillusionierung, die Teams zermürbt und gute Leute vertreibt. Das Betriebsklima leidet, weil echte Kommunikation durch hohle Phrasen ersetzt wird. Es ist eine stille Pandemie des Desinteresses, die sich unter dem Deckmantel des Manager-Geschwurbels ausbreitet.
“Irgendwann” als Sprungbrett für die nächste Ausrede
Und wenn dann doch mal die Zeit kommt, dass etwas, das “irgendwann” passieren sollte, tatsächlich überfällig ist und es knallt, was passiert dann? Richtig, es kommt die nächste Runde des Ausflüchtemachens. “Ja, wir hatten das irgendwann mal auf dem Schirm, aber die Prioritäten haben sich eben verschoben.” Oder: “Das war ja nur als grober Richtwert gedacht, wir wollten das irgendwann noch präzisieren.” Siehst du den roten Faden? “Irgendwann” ist nicht nur das Wort für die Aufschiebung, sondern auch das Sprungbrett für die nächste, kunstvoll formulierte Ausrede, wenn die Konsequenzen unweigerlich zuschlagen.
Die Logik des Teufelskreises
Es ist ein Teufelskreis. Das eine “irgendwann” führt zum nächsten, und die Verantwortung wird immer weiter vor sich hergeschoben, bis sie fast unkenntlich wird. Es ist, als würde man immer wieder versuchen, den Ball über den Mond zu schießen – er kommt nie wirklich an.
Die Unfähigkeit zur Reflexion
Dieses Wort offenbart oft eine grundlegende Unfähigkeit zur echten Reflexion. Wenn man ein Problem irgendwann mal angehen will, dann hat man sich nie wirklich mit den Ursachen auseinandergesetzt. Man hat die Notwendigkeit der Handlung erkannt, aber nicht die Dringlichkeit oder die Art und Weise, wie man sie angehen soll. “Irgendwann” ist die Entschuldigung für mangelnde strategische Tiefe.
In dem Artikel Warum „Irgendwann” das gefährlichste Wort für Manager ist, wird deutlich, wie wichtig es ist, klare Entscheidungen zu treffen und nicht auf unbestimmte Zeit zu warten. Du solltest dir auch den Artikel über die Illusion der Selbstüberschätzung anschauen, der auf interessante Weise zeigt, wie wir oft die Realität verzerren, um uns selbst besser darzustellen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du hier klicken: Illusion der Selbstüberschätzung.
Das Ende des “Irgendwann”: Eine Befreiung aus dem sprachlichen Gefängnis
Aber wir können es besser machen. Du kannst es besser machen. Der erste Schritt ist, dieses Wort aus deinem Vokabular zu tilgen. Ersetze es durch konkrete Zeitangaben, durch klare Verantwortlichkeiten und durch überprüfbare Ziele. Anstatt zu sagen: “Das klären wir irgendwann“, sage: “Das klären wir am Donnerstagvormittag. Du, [Name des Mitarbeiters], kümmerst dich um die Beschaffung der Daten. Ich werde die Ergebnisse präsentieren.”
Konkrete Handlungsaufforderungen statt vager Versprechungen
Wenn dich jemand fragt, wann etwas passieren wird, und du hast keine klare Antwort, dann sei ehrlich. Sage: “Ich weiß es noch nicht genau, aber ich werde bis morgen Vormittag eine Zusage machen, wann wir das angehen werden.” Das ist nicht schwach, das ist verantwortungsbewusst. Das ist das Gegenteil von “irgendwann”.
Die Macht der Präzision
Es mag sich am Anfang unbequem anfühlen, deine Sprache so zu schärfen. Du wirst vielleicht gezwungen sein, Entscheidungen zu treffen, für die du vorher ein “irgendwann” als Schutzschild hattest. Aber genau das ist die Befreiung. Du übernimmst die Kontrolle zurück. Du baust Vertrauen auf. Du wirst zu einem Manager, dem man glaubt, weil seine Worte Taten folgen lassen.
Die Chance auf echte Transformation
Stell dir die positive Auswirkung vor, wenn Unternehmen aufhören, im “irgendwann”-Nebel zu existieren. Wenn Entscheidungen getroffen, Probleme angegangen und Ziele klar definiert werden. Das ist nicht nur effektiver, es ist auch menschlicher und nachhaltiger. Es ist die Grundlage für echte Transformation, nicht nur für das Aufschieben der unvermeidlichen Veränderungen.
Also, mein lieber Manager, lass das “irgendwann” los. Es ist nicht dein Freund. Es ist ein schlechter Ratgeber, ein Lügenbold und ein Diebesgut an deiner Zeit und der deiner Mitarbeiter. Umarme die Klarheit, die Präzision und die Verantwortung. Nur so wirst du wirklich etwas bewegen, und nicht nur im sprachlichen Nirwana deiner eigenen Ausreden versinken. Denn am Ende des Tages zählt nicht, was du irgendwann mal gesagt hast, sondern was du jetzt getan hast.
Stephan Meyer «Doctor Change»
FAQs

Was bedeutet das Wort “Irgendwann” für Manager?
Das Wort “Irgendwann” kann für Manager gefährlich sein, da es oft eine vage Zeitangabe darstellt und zu unklaren Zielen führen kann.
Warum ist “Irgendwann” ein gefährliches Wort für Manager?
“Irgendwann” kann dazu führen, dass wichtige Entscheidungen und Maßnahmen aufgeschoben werden, was zu Verzögerungen und ineffizienter Arbeitsweise führen kann.
Wie können Manager vermeiden, das Wort “Irgendwann” zu verwenden?
Manager können vermeiden, das Wort “Irgendwann” zu verwenden, indem sie klare Zeitrahmen und konkrete Ziele setzen, um die Produktivität und Effizienz zu steigern.
Welche Auswirkungen kann die Verwendung des Wortes “Irgendwann” auf das Team haben?
Die Verwendung des Wortes “Irgendwann” kann zu Verwirrung und Frustration im Team führen, da unklare Zeitangaben und Ziele die Motivation und Leistung beeinträchtigen können.
Was sind alternative Wörter oder Ausdrücke, die Manager anstelle von “Irgendwann” verwenden können?
Manager können konkrete Zeitangaben wie “bis zum Ende des Monats” oder “innerhalb von zwei Wochen” verwenden, um klare Ziele und Erwartungen zu kommunizieren.

