Wem gehört die Zukunft?

Wem gehört die Zukunft?

Ist es nicht erstaunlich, dass viele neue Entwicklungen stets eine Welle der Empörung und des Protestes in der Öffentlichkeit hervorrufen? Wird in der Presse eine neue Herangehensweise vorgestellt mit wissenschaftlichem Hintergrund, zum Beispiel in der Datenverarbeitung, im Lebensmittelbereich, in der Medizin oder im Energiesektor, dann finden sich nur wenige Stimmen, die sich um ein ausgewogenes Urteil bemühen. Diese (vernünftige) Minderheit versucht, Potenziale und Risiken gegeneinander abzuwägen. Ihr Ziel ist es, die Chancen des neuen Ansatzes auszuloten und zu verhindern, dass diese durch mögliche Gefahren wieder zunichte gemacht werden.

Diese zumeist leisen Stimmen der Ausgewogenheit werden stets übertönt durch eine Vuvuzela-artige Kakophonie an Meinungen darüber, warum der neue Ansatz extrem gefährlich sei. Laute Meinungsverkünder sehen dabei in allem eine Gefahr. Sie sind nicht bereit, in gleichem Maße die Möglichkeiten zu erkennen, um beide, Chancen und Risiken, gegeneinander abzuwägen.

Der Gesetzgeber neigt gerne dazu, eher den Vuvuzelastimmen zu lauschen als den Stimmen der Vernunft. So werden oft gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, die das Erforschen und Entwickeln von Zukunftstechnologien hierzulande unrentabel machen oder gleich gänzlich verbieten. Unternehmen, die sich diesem Zweck gewidmet haben, schließen daraufhin konsequent ihren Standort und verlagern ihre Aktivität ins Ausland.

Zukunftstechnologien lassen sich nicht verhindern; sie gehen nur dort hin, wo sie die passenden Rahmenbedingungen finden. Wenn sie aber nicht mehr hier sind, können die Bürger auch kaum noch Einfluss auf ihre Entwicklung nehmen. Es ist, als hätten die Bürger einen Teil ihrer Zukunft aus der Hand gegeben, in die Hände derjenigen Menschen, die woanders leben. Deshalb sagte schon Theodore Levitt: „Die Zukunft gehört denjenigen, die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden.“

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